Schlammbehandlung

Die in der Kläranlage vorkommenden Schlammarten werden wie folgt unterschieden:

  • Schlamm der Vorklärung (Frischschlamm): Der Frischschlamm aus dem Vorklärbecken ist gelblich-grau und geht vor allem in der wärmeren Jahreszeit rasch in Fäulnis über.

  • Schlamm der biologischen Reinigung (Belebtschlamm): Der bei der biologischen Reinigung entstehende Zuwachs an Belebtschlamm wird im Nachklärbecken ausgeschieden und als Überschussschlamm aus dem System entfernt. Der Schlamm ist von flockiger Struktur und von grauer bis brauner Farbe. Im frischen Zustand geht er noch schneller in Fäulnis über, was auf den hohen Gehalt an organischen Stoffen zurückzuführen ist.

  • Ausgefaulter Schlamm (Faulschlamm): Faulschlamm heisst der im Faulbehälter ausgefaulte Frischschlamm. Ausgefaulter Schlamm ist schwarz.

Eindickung des Überschussschlamms

Bevor der Überschussschlamm aus der biologischen Reinigung in den Faulbehälter geleitet werden kann, muss er eingedickt werden. Dazu wird ein Bandeindicker eingesetzt, in dem unter Zugabe eines Flockungsmittels das überschüssige Wasser über ein Siebband abgetrennt wird. Der entwässerte und eingedickte Schlamm, der reich an fäulnisfähigem, organischem Material ist, wird dann zusammen mit dem Frischschlamm aus der mechanischen Vorklärung in den Faulbehälter gepumpt.

Schlammfaulung

Im Faulbehälter läuft unter Ausschluss von Sauerstoff eine Methangärung ab. Durch diese anaerobe Behandlung wird die Fäulnisfähigkeit des Schlamms vermindert und die hygienische Beschaffenheit wird deutlich verbessert.

Das bei der Methangärung entstehende Klärgas enthält ca. 61% Methan und 38% Kohlendioxid. Eine wichtige Rolle für die Gasausbeute spielen die Temperatur und die Verweilzeit des Schlamms im Faulbehälter. Die Faulung findet bei einer Temperatur von 38°C statt und die Faulzeit beträgt 21 Tage. Zur Aufrechterhaltung der erforderlichen Faultemperatur ist eine Beheizung des Faulbehälters notwendig. Dazu wird der Faulschlamm beständig durch einen aussenliegenden Wärmetauscher geführt, der mit der Abwärme des Gasmotors betrieben wird.

Schlammentwässerung

Der ausgefaulte Klärschlamm wird zunächst in einem Stapelbehälter gespeichert und dann mit Dekantierzentrifugen bis auf einen Wassergehalt von 70% entwässert. Anschliessend wird der entwässerte Schlamm in der KBA Hard getrocknet, um ihn entweder in einer Wirbelschicht-Verbrennungsanlage oder im Zementwerk mit Energiegewinn verbrennen zu können.

Betriebe des Kläranlageverbandes

ARA Röti

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KBA Hard

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MKD Pflumm

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